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Papier-Maché - Federica Artuso

Velut Luna

Genere musicale: Klassik

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Artikelnummer:CVLD365LP

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Papier-Maché. Federica Artuso spielt ein Gitarrenprogramm auf zwei Papier-Mâché-Instrumenten von Fabio Zontini, inspiriert von der Torres FE14 von 1862.

Formate und Ausgaben

  • LP 33rpm — CVLD365LP
  • GOLD CD — CVLD365GOLDCD
  • Hi-Res WAV-Datei 88.2kHz · 24bit — CVLD365

Das vollständige Programm umfasst 20 Titel. Die Werke von Parga und Garcia Tolsa sind nicht auf dem Vinyl enthalten.

Musiker

Federica Artuso — Gitarre

Zwei 2023 von Fabio Zontini gebaute Papier-Mâché-Gitarren, inspiriert von der Torres FE14 von 1862. Für Al fin solos und Adelita: Rayon-Basssaiten, zweite und dritte Saite aus Darm, erste Saite aus Nylgut. Für das übrige Repertoire: Darm-Diskantsaiten und Rayon-Basssaiten.

Aufnahme und Produktion

Digitale Aufnahme mit 88,2 kHz · 24 Bit im Magister Recording Area, Preganziol, am 5., 6., 7. und 8. Januar 2024. Analoge Mischung und Mastering im MLS Studio, Náquera, Spanien, am 5. und 6. April 2024.

Produktion: Marco Lincetto, Federica Artuso, Fabio Zontini
Ausführender Produzent: Marco Lincetto
Aufnahme, Mischung und Mastering: Marco Lincetto
Musikalische Produktion vor Ort: Andrea Bissoli
Schnitt: Federica Artuso
Coverfoto: Diego Ferrini, Vicenza
Englische Übersetzung: Maria Michela Camerlengo
Gestaltung: L’Image

Titelliste

María Luisa Anido (1907- 1996)

01 - Aire norteño 1:23

02 - El misachico 3:45

03 - Minueto del “Don Juan” de Mozart 2:24

04 - Canción del Yucatán 1:50

05 - Boceto Indígena 4:10

Abel Fleury (1903-1958)

also published as “Melodia popular argentina” by María Luisa Anido

06 - Milonguea del Ayer 2:30

Manuel Ponce (1882-1948)

Tres canciones populares mexicanas

07 - La Pajarera 1:13

08 - Por ti mi corazón 3:18

09 - La Valentina 1:52

Enrique Granados (1867-1916) trascr. M. Llobet

10 - Danza española n.5, Andaluza 5:23

Miguel Llobet (1878-1938)

11 - El Testament de n’ Amèlia 2:03

12 - Canço de lladre 1:57

Francisco Tárrega (1852-1909)

13 - María Gavota 1:39

14 - Alborada Caixa de Música 2:31

15 - Adelita Mazurka 1:39

Julián Arcas (1832- 1882)

16 - Soleà 5:42

17 - Bolero 2:16

Juan Parga (1843 - 1899)

18 - Mi lira, op.8 n.1 4:30

19 - Guajira, op.5 n.2 4:50

Carlos Garcia Tolsa (1858-1905)

20 - Al fin solos 4:07

Total time: 59:13

Begleittext

EINE MYSTERIÖSE GESCHICHTE

„Don Antonio, ihr dürft das Geheimnis eurer Gitarren nicht mit ins Grab nehmen...“

„...es ist mir unmöglich, es an die Nachwelt weiterzugeben.“

Die Papier-Mâché-Gitarre von Torres war ein einzigartiger Fall in der Geschichte des Instrumentenbaus, nicht nur der Gitarren: Antonio de Torres (1817-1892), heute als der Stradivari der sechs Saiten bekannt, war der erste und, soweit bekannt, einzige, der 1862 ein Exemplar eines Papier-Mâché-Instruments baute. Diese Gitarre, paradoxerweise, trotz ihrer scheinbaren Einfachheit, gibt eine faszinierende, mysteriöse und einzigartige Klangwelt wieder. Da das Original, das im Musikmuseum von Barcelona aufbewahrt wird, nicht mehr in der Lage ist, seine eigene Stimme zu äußern, zielt das Album darauf ab, die besonderen klanglichen Eigenschaften dieses interessanten Instruments durch die Verwendung von zwei davon inspirierten Kopien wiederzuentdecken und wiederzubeleben.

Der Gitarrenbauer Fabio Zontini hat die von Torres gestellte Herausforderung angenommen und beschäftigt sich seit fast zwanzig Jahren mit dem Bau von Papier-Mâché-Kopien. Die beiden von Federica Artuso für die Aufnahme verwendeten Exemplare wurden zwischen April und September 2023 hergestellt und wiegen beide (unglaublicherweise) nur 995 Gramm. Sie sind außerdem mit Naturdarmsaiten bespannt. Zontini hat somit eine Art Verbindung zu dem großen Torres hergestellt, indem er ein Experiment-Prototyp des andalusischen Gitarrenbauers aufgegriffen und erfolgreich versucht hat, es in die heutige Zeit zu tragen.

Die Papier-Mâché ist eine Art lebender Widerspruch gerade wegen des Gegensatzes zwischen dem einfachen Material, aus dem sie gefertigt ist, und dem künstlerisch überraschenden Klangergebnis. Und inspiriert von diesem Gegensatz wurde ein Programm aufgenommen, das diesen Paradoxon, der die Identität der Gitarre verkörpert, exemplarisch darstellt, immer im Gleichgewicht zwischen der einfachen Seele, authentisch und populär auf der einen Seite, und dem Olymp der Kunstmusik auf der anderen. Die hier aufgenommenen Stücke stammen alle von Gitarristen-Komponisten, die zu Zeiten der Pappgitarre lebten oder mit Torres' Instrumenten zu tun hatten. Diese Gitarristen sind Teil jener Aufführungstradition und Klangpoesie, deren Emblem die Papier-Mâché ist. Einige der Stücke, obwohl von Nicht-Gitarristen komponiert, gehören zu jenem Repertoire, in dem sich die sechs Saiten am meisten identifizieren.

Arcas und Parga* versuchten, die Gitarre zu einem kultivierten Instrument zu erheben, ohne sich vollständig von den Flamenco-Reminiszenzen lösen zu können. Ihr Stil passt perfekt zur archaischen Wesentlichkeit des Papier-Mâché-Klangs, und ihre Musik, obwohl stark in der Volkssprache verwurzelt, führt uns allmählich zum bürgerlichen und salonfähigen Stil von Garcia Tolsa* und Tarrega, Schülern von Arcas. Ihre Musik ist nicht mehr nur für diejenigen, in deren Adern Flamenco-Blut fließt, oder für diejenigen, die die Oper für die einzige klassische Musik halten. Es ist Musik, die Intellektuellen gefällt, und wenn sie Tänze zulässt, dann nur solche, die für den Salon geeignet sind. Aus der Sicht der Musiker gelingt es Tarrega im Gegensatz zu seinen Vorgängern, die expressiven Impulse in völlig abgeschlossene Formen zu kleiden.

Miguel Llobet, Schüler von Tarrega, ist als Komponist vor allem für seine Gitarrenversion der Canciones populares catalanas bekannt. In dem ihn betreffenden Programmteil wird auch ein Repertoire vorgestellt, dessen Autor er nicht ist, das ihn aber getreu repräsentiert und in dem alle Neuerungen seines kreativen Geistes zum Ausdruck kommen, die das Charakteristischste der Gitarre hervorheben.

Maria Luisa Anido war eine Schülerin von Llobet und seine Partnerin in einem Gitarrenduo. Die argentinische Musikerin war eine der letzten Gitarristinnen, die in den 50er Jahren Darmsaiten verwendete – die mittlerweile schwer erhältlich sind – und war unter anderem Besitzerin von Tárregas Torres-Gitarre (1864, FE17). Anido ist das Emblem des Gitarrenbildes als Scheideweg zwischen der Welt der folkloristischen Musik und der der Kunstmusik, ein Gegensatz, der wahrscheinlich nie ganz aufgelöst werden wird. Dies zeigen ihre unwiderstehlichen Transkriptionen großer Klassiker wie Bach, Mozart, Tschaikowsky und ihre südamerikanischen Stücke, pulsierend vor indigener Energie.

Hörprobe

Velut Luna

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